Basistiergesundheitsprogramme
Laufzeit: seit 1998 Geber: verschiedene
Hintergrund
Im Sudan leben ca. 4,8 Millionen Menschen von der Tierhaltung. Tiere sichern ihre Ernährung und ihr Einkommen. Der jahrzehntelange Krieg hat den Aufbau eines staatlichen Veterinärwesens verhindert, bestehende Ansätze wurden zerstört. Zudem stellt die nomadische oder halb-nomadische Lebensweise der Hirten besondere Anforderungen an ein angepasstes Tiergesundheitssystem. 1993 begannen die Vereinten Nationen im Sudan ein Basistiergesundheitsprogramm aufzubauen, das vor allem der Bekämpfung der Rinderpest diente. Für Tierärzte ohne Grenzen sind die tiermedizinischen Basisleistungen Bestandteil aller Projekte im Sudan.
Projektziele
Ernährungssicherung und Verbesserung der Lebens- und Einkommenssituation von Pastoralisten durch den Aufbau von Basistiergesundheitssystemen und die Bekämpfung von Tierseuchen.
Aktivitäten
Ausbildung, Beratung und Begleitung von Basistiergesundheitshelfern und Tiergesundheitsassistenten, die in ihren Gemeinden grundlegende tiermedizinische Dienste erbringen. Bereitstellung von Medikamenten, Impfstoffen und der notwendigen Kühlkette.
Nothilfe, Wiederaufbau und Friedensförderung
Hintergrund
Nach Beendigung des jahrzehntelangen Krieges verfügt der Südsudan über nahezu keine Infrastruktur: Straßen, Schulen, Krankenstationen sind zerstört; ebenso wenig besteht eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Elektrizität oder ein funktionierendes Geldwesen. Eine große Anzahl an Flüchtlingen kehrt an ihre Heimatorte zurück oder lässt sich auf dem Weg dorthin nieder. Die klimatisch schwierigen Bedingungen machen in vielen Gebieten eine ertragreiche Landwirtschaft unmöglich. In dieser Situation sind sowohl Programme und Projekte zum Wiederaufbau als auch zur unmittelbaren Nothilfe notwendig.
Projektziele
Dauerhafte Verbesserung der Lebenssituation durch Wiederaufbau wichtiger Infrastruktur und eines funktionierenden Tiergesundheitswesens; Stärkung der lokalen Verwaltung zur Stabilisierung und Umsetzung des Friedensprozesses; Aufklärung und Information über den Friedensprozess zur Vermeidung von Konflikten; Sicherung des Überlebens von Menschen in akuten Notsituationen.
Aktivitäten
Tierärzte ohne Grenzen arbeitet mit drei internationalen und drei lokalen Organisationen im „Recovery and Rehabilitation Programme“ in Bahr El Ghazal. In drei Jahren (2006-2008) wird eine funktionierende Infrastruktur (Schulen, Krankenstationen, Straßen und Wasserstellen) aufgebaut. Landwirtschaft und Tierhaltung sind weitere Komponenten in diesem Programm, da sie die wichtigste Einkommensgrundlage der Menschen darstellen. Die unmittelbaren Partner vor Ort sind die neu geschaffenen lokalen Verwaltungen. Sie werden durch Bau- und Trainingsmaßnahmen beim Aufbau ihrer Strukturen unterstützt.
Darüber hinaus übernimmt Tierärzte ohne Grenzen kleinere Projekte zur Verteilung von Saatgut und Werkzeugen in bestehenden Projektgebieten, wenn dort akute Nahrungsmittelknappheit herrscht.
Einkommen schaffende Maßnahmen und Viehvermarktung
Hintergrund
Die wichtigsten und oftmals einzigen Güter, mit denen die Menschen im Südsudan Einkommen erzielen können, sind Vieh oder Produkte aus der Tierhaltung. Nach Beendigung des Krieges lässt sich nun auch Vieh aus dem Sudan über den lokalen Markt hinaus in die angrenzenden Länder exportieren. Oftmals werden hierfür weite Wege zurückgelegt. Um einen angemessenen Preis zu erzielen, müssen die Tiere gesundheitlich in einem guten Zustand sein.
Lokal findet die Schlachtung von Tieren im Sudan traditionell in Flussbetten statt. Unhygienische Bedingungen und übertragbare Erkrankungen der Schlachttiere stellen auch eine Gefährdung der Menschen dar.
Projektziele
Verbesserung der Einkommenssituation der Tierhalter durch Vermarktung von Vieh und Produkten aus der Tierhaltung; Verbesserung der Produktvielfalt und -qualität. Eindämmung von Krankheiten, die sich durch unsaubere Schlachtmethoden ergeben.
Aktivitäten
Bau von Wasserstellen an den Viehtriebrouten; Bau von Schlachtstellen und Ausbildung von Fleischinspektoren, um ein Mindestmaß an Hygiene sicherzustellen. Unterstützung von Kontakten zwischen Tierhaltern und Händlern.
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