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Weiß und wertvoll – Milch ist in Somalia unverzichtbar

 

Kamelmilch ist in Somalia eines der wichtigsten Lebensmittel – sie ist die wichtigste Protein- und Vitaminquelle der Bevölkerung. Die Nachfrage nach Milch ist vor allem in städtischen Gebieten groß. Allerdings ist es schwierig, den Bedarf zu decken, denn eine Milchindustrie oder moderne Milchverarbeitung gibt es nicht. Auch ist die Milch hygienisch nicht unbedenklich: Es fehlt oft Wissen darüber, wie man Milch hygienisch abfüllt oder transportiert. Dadurch ist die Milch häufig mit Bakterien belastet und der Verzehr birgt ein gesundheitliches Risiko. Die Versorgung mit hochwertiger und hygienisch einwandfreier Milch in den Projektgebieten zu gewährleisten und so die Ernährungs-, aber auch die Einkommenssituation der Menschen zu verbessern, ist eines der Ziele von Tierärzte ohne Grenzen e. V. Der Verein engagiert sich seit 1991 für Menschen in Ostafrika, die von der Tierhaltung leben.

 

Vom 15. – 24. Januar 2010 wird die Organisation ihre Arbeit erstmals mit einem Stand auf der Grünen Woche in Berlin präsentieren. Dort werden die Projekte zum Thema Milch im Mittelpunkt stehen, u.a. das Somalia Pastoralist Dairy Development Project. Es begann 2006 und wird mit Geldern der Europäischen Union gefördert. Im Rahmen des Projektes wurden bisher zwölf Milchsammelzentren gebaut und Trainingsprogramme für Milchhygiene und Milchverarbeitung durchgeführt. Auch die Schulung von Milchverkäuferinnen nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Die Frauen werden in Fragen der Milchhygiene, der Milchverarbeitung und -vermarktung geschult und bekommen wirtschaftliches Grundwissen vermittelt.

 

Eine der Teilnehmerinnen, die Milchlieferantin Fadumo Nuh Yusuf, berichtet: „Durch das Wissen, das mir die Schulungen von Tierärzte ohne Grenzen vermittelt haben, konnte ich die Menge der Milch erhöhen, die ich frisch zum Markt bringen kann. Dadurch hat sich mein Einkommen erhöht und ich habe mehr Geld für die Bedürfnisse meiner Kinder.“ Nadiifo Hussein Hashi, Milchkonsumentin und weitere Teilnehmerin, erklärt: „Früher gab ich meinen Kindern rohe Milch aus Plastikbehältern, wovon sie häufig Durchfall bekamen. Durch das Abkochen von Milch zerstört man zwar die Bakterien, aber auch die Nährstoffe. In den Kursen habe ich gelernt, die Milch im Wasserbad zu erhitzen. So wird die Milch keimfrei und die Nährstoffe bleiben trotzdem erhalten. Meine Kinder bekommen jetzt Milch mit einer guten Qualität.“ Zusätzlich werden öffentliche Informationskampagnen zu Milchhygiene über lokale Radiosender ausgestrahlt, um das Qualitätsbewusstsein der Menschen zu fördern. Auch die Konstruktion und Erprobung von Transportbehältern und Kühlgeräten sind wichtige Projektinhalte.

 

Besuchen Sie uns auf der Grünen Woche im Bereich für Landwirtschaft, Halle 26 a, Stand 106. Vom 15. bis einschließlich 19. Januar wird Frau Dr. Asili Barre-Dirie an unserem Stand sein. Dr. Barre-Dirie leitet die Projekte in Somalia und steht gerne zu Fragen rund um die Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen zur Verfügung. Alle Interessenten sind herzlich willkommen. Wir verkaufen an unserem Stand traditionellen somalischen Tee (Chai) mit Milch und Gewürzen. Der Erlös aus dem Teeverkauf kommt unseren Projekten zugute.

 

 

 
 
 
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